Telde auf Gran Canaria
Mit über 90.000 Einwohnern ist Telde nach Las Palmas die zweitgrößte Stadt von Gran Canaria. Sie liegt ungefähr 13km südlich von der kanarischen Hauptstadt entfernt. Für seine Besucher ist Telde vor allem wegen seiner schönen Altstadt sehr reizvoll, die seit 1981 Denkmal geschützt ist. Die Stadtteile San Juan und San Francisco bilden zusammen den historisch bedeutungsvollen Kern von Telde.
Hier ist noch viel von ihrem ehemaligen Reichtum zu sehen. Neben der Exportware Zucker war es vor allem der Sklavenhandel, der Telde im 16. und 17.Jahrhundert zum Blühen brachte.
In San Juan bildet die Plaza de San Juan den Mittelpunkt dieses historisch interessanten Viertels. Der Platz wird beherrscht von der Basilica de San Juan Bautista. Das Besondere an diesem Sakralbau - es ist der älteste auf den Kanarischen Inseln - ist der aus dem 16.Jahrhundert stammende gotische Altaraufsatz, der eigens in Flandern hergestellt worden ist. Auf ihm sind sechs Szenen aus dem Leben der Maria dargestellt. Etwas ganz Ausgefallenes ist auch die Christusfigur.
Indianer aus Mexiko machten sie den Spaniern zum Geschenk. Die Indios hatten damals nur Maiskolben für die Fertigstellung dieser Figur verwendet. Erst sehr viel später wurde sie ganz mit Silber überzogen. Sie ist mittlerweile fast 500 Jahre alt. Neben der Basilica ist die Plaza de San Juan umringt von prächtigen Häusern, die einst von ihren Bauherren im Kolonialstil errichtet worden sind. Besonders reizvoll sind die zahlreichen, aufwendig gearbeiteten Holz- bzw. Steinbalkone.
Der Stadtteil San Francisco mit seinen engen Straßen, die zum großen Teil mit Basaltkieseln gepflastert sind, zeugt ebenfalls vom Glanz vergangener Zeiten. Dieser Ortsteil wird beherrscht von dem ehemaligen Kloster und der Klosterkirche Iglesia de San Francisco. Von Bedeutung sind ihre holzgeschnitzte Figur des Hl. Franziskus sowie die Statue der Virgen de Santa Maria de Antiqua, die im 16. Jahrhundert aus Terracotta gefertigt worden ist.
Für die Liebhaber spanischer Alltagskultur gehört der Besuch des Museum Leon y Castillo zur Pflicht. Das Museum befindet sich im Geburtshaus von Juan und Fernando Leon y Castillo, den bedeutendsten Söhnen dieser Stadt. Ersterer brachte es bis zum Außenminister Spaniens. Am Ende der Calle San Francisco steht ein riesiger Lorbeerbaum, über dessen Wurzelwerk sich eine Christusstatue befindet. Überhaupt, zeichnet sich dieser Ortsteil durch viel Grün, zahlreichen Bäumen, kleinen Plätzen und malerischen Gässchen aus.
Auch althistorisch Interessierte kommen in Telde auf ihre Kosten. Zahlreiche Ausgrabungsstätten von archäologischer Bedeutung gibt es in und um Telde zu besichtigen. In Telde wird das Kunsthandwerk groß geschrieben. Hier wird beispielsweise das berühmte Naife, das typisch kanarische Messer, hergestellt. Wer sich für die einheimische Webkunst interessiert, sollte es nicht versäumen, die Weberin Banares Baudet in ihrer Werkstatt direkt neben der Iglesia de San Francisco zu besuchen. Sie führt ein offenes Haus und jeder darf ihr bei der Arbeit zusehen.
Zu Telde gehören auch wunderschöne, lang ausgedehnte Sand- und Kieselstrände wie z.B. Los Cuevas, Agua Dulce oder Ojos de Garza. Hier an der Ostküste der Insel finden vor allem Surfer ideale Bedingungen vor, um ihren Sport zu frönen. Aber auch bei Besuchern und Einheimischen sind die Strände von Telde sehr beliebt.
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