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Die Kathedrale von Arucas
Die Kathedrale von Arucas überragt weit und dunkel das sie umgebende, weiße Häusermeer. Die „Iglesia Parroquial de San Juan Bautista de Arucas” ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der „Hauptstadt der Bananen“. Arucas selbst ist die drittgrößte Stadt Gran Canarias. Der Kern der 32.000 Einwohner zählenden Stadt lässt noch den einstigen kolonialen Wohlstand erahnen, der durch Rumherstellung und durch die großen Bananenplantagen in den umliegenden Tälern der Stadt erwirtschaftet wurde.
Von dem kolonialen Nachglanz zeugt die nach wie vor besondere Sehenswürdigkeit, die aus blauschwarzem Basalt errichtete Kathedrale, die Johannes dem Täufer gewidmet ist. Der Bau wurde 1909 begonnen. Der Schluss-Stein wurde nach mehreren Bauphasen erst 1977 gesetzt. Die Kathedrale im neogotischen Stil ist ein Beispiel für die Handwerkskunst der Steinmetze der Umgebung. Der 60 Meter hohe Turm ist der höchste Kirchturm des ganzen grancanarischen Archipels.
Einen neuen heiligen Ort schaffen
Auf dem Gelände der Kathedrale befand sich ursprünglich eine kleinere Pfarrkirche, die 1515 fertig gestellt wurde. Der schlechte bauliche Zustand der Pfarrkirche und der Wunsch des Pfarrers Francisco Cárdenes Herrera, einen neuen heiligen Ort zu schaffen, führte zur Beauftragung des katalanischen Architekten Manuel Vega y March mit den Entwurfsarbeiten. Nach der Vorstellung des Entwurfs 1908 wurde der Architekt Fernando Navarro mit der Bauleitung beauftragt.
Neogotische Rosetten mit Spitzbögen
Die Kirche mit zentralem Grundriss besteht aus zwei Gebäudeteilen. Die vier Fassaden sind in spitz zusammenlaufende Türme eingebettet. Das Haupttor ist von neogotischen Spitzbögen eingefasst. Darüber befindet sich eine Galerie mit kleinen Fenstern, die von einer Rosette mit sieben Metern Durchmesser dominiert werden. Um die Rosette sind unterschiedliche Figuren aus weißem Stein eingelassen: Die „Jungfrau mit dem Kind“ (unten), der „Heilige Josef mit dem Kind“ (links) und der „Heilige Sebastian“ (oben). Die Statuen stammen vom Bildhauer Ramón Bastús.
Zu beiden Seiten des Haupteingangs befinden sich Inschriften, die den Beginn der Bauarbeiten datieren und den Tag, an dem die Kathedrale den Gläubigen erstmals geöffnet wurde.
Im Innenraum: der ringende Christus
Der Grundriss des Gebäudes bildet ein Quadrat, am Ostflügel begrenzt von einem Halbkreis im Sinne eines Chorrundgangs. Im Innenraum der Kirche sind die Buntglasfenster und der Retabel sowie eine Skulptur des „ringenden Christus“, die den Hochaltar beherrscht, besondere Sehenswürdigkeiten. Die Christus-Figur stammt aus der der Zeit gegen Ende des XVI. Jahrhunderts.
Nie Kathedrale, aber nur einheimisches Kunsthandwerk
Diese wie auch die anderen kunsthandwerklichen Arbeiten im inneren und äußerem der Kirche stammen von einheimischen Künstlern. Die Buntglasterfenster wurden von dem kanarischen Künstler Cristobal Hernández de Quintana gefertigt. Die Schnitzerei des „ringenden Christus“ („El Cristo Yaciente“) stammt von Manuel Ramos.
Vor dem Hauptportal der Kathedrale öffnet sich der „Plaza de San Juan“ (Platz des heiligen Johannes). Die „Iglesia de San Juan Bautista“ wird – wie auch in dieser Beschreibung – häufig als Johannes-Kathedrale bezeichnet. Sie ist es zwar von ihren Ausmaßen, nicht jedoch formal. Die Kathedrale bleibt, wie ihr Vorgänger, nach wie vor eine Pfarrkirche. Für den Status einer Kathedrale hätte Arucas Bischhofssitz werden müssen.
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