Der Norden von Gran Canaria
Gran Canaria ist eine Insel mit zwei Gesichtern. Der Süden der Insel zieht mit seinen berühmten Sanddünen bei Maspalomas, dem niederschlagsarmen Wetter und der hervorragend ausgebauten Infrastruktur jedes Jahr unzählige, begeisterte Touristen an. Die Bilder dieser Region haben viele Urlauber auch im Kopf, sobald der Name Gran Canaria fällt. Gran Canaria ist aber weit mehr, als der touristisch erschlossene Süden.
Im Norden von Gran Canaria bietet sich ein ganz anderes Bild und auch ein ganz anderes Klima. Im Gegensatz zum Süden der Insel, ist die Niederschlagshäufigkeit im Norden von Gran Canaria mit 1000 mm zehn Mal höher. Das Landschaftsbild wird von einer üppigen und abwechslungsreichen Vegetation geprägt, die dazu beiträgt, dass die Nordregion Gran Canarias auch als „Gewächshaus der Insel“ bezeichnet wird.
Man findet hier dicht bewachsene Berghänge, Täler, die an einen Urwald denken lassen, Obstgärten und Bananenplantagen. Möglich gemacht wird dieses Vegetationsgefälle durch die verschiedenen Klimazonen, die auf Gran Canaria herrschen. Die allgegenwärtigen Passatwinde sorgen im Norden der Insel für reichlich Niederschlag, während sie im Süden der Insel durch trockene Fallwinde das warme und trockene Klima begünstigen.
Einen wunderbaren Eindruck über die Vielfältigkeit der Natur erhält man im Barranco de Agaete. Dieses Tal wurde von den Inselbewohnern zu einem paradiesischen Ort gestaltet. Palmen, Obst – und Gemüsegärten, Blumen und die unterschiedlichsten Bäume, wohin das Auge blickt.
Die Häuser sind liebevoll gestaltet und der Süden der Insel mit seinen emporragenden Hotelkomplexen scheint nicht zu dieser Insel zu gehören. Der Norden von Gran Canaria ist also durchaus ein lohnendes Urlaubsziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Wer ein ausgiebiges Strand- und Nachtleben vorzieht, der wird sich im Norden weniger wohl fühlen.
Im Norden von Gran Canaria findet man natürlich nicht nur eine phantastische Naturkulisse vor, sondern auch die Hauptstadt der Insel, Las Palmas. Angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte aller Inselbewohner in dieser Stadt lebt ist es zu verdanken, dass Las Palmas relativ voll und laut ist.
In den Gassen und Straßen ist es eng und wer Las Palmas erkunden möchte, der tut sich einen Gefallen, wenn er den Mietwagen stehen lässt und die Stadt entweder zu Fuß oder mit dem Bus erkundet. Speziell für Touristen gibt es den Guaga Turistica. Die Route dieses Busses führt an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang.
Der einmal gelöste Fahrschein gilt den ganzen Tag und so ist es möglich, beliebig oft eine längere Pause bei den verschiedensten Sehenswürdigkeiten einzulegen. Sehenswürdigkeiten hat Las Palmas einige zu bieten und man sollte sich die Zeit nehmen, die Stadt ausgiebig zu erkunden.
Das Flair vergangener Tage schwebt über dem wunderschönen Altstadtkern, der 1990 sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist. Und auch der Hafen von Las Palmas, Puerto de la Luz, hat nichts von seiner Bedeutung verloren. Wer es einrichten kann, der sollte sich das Vergnügen gönnen, einem der zahlreichen Märkte in Las Palmas beizuwohnen.
Besonders der sonntägliche, am Hafen stattfindende, Flohmarkt beeindruckt durch sein breites Warenangebot, welches von Lebensmitteln, über Secondhandartikel, Bücher, Keramikwaren und weiter verschiedene Artikel reicht. Auf dem Markt herrscht ein buntes Treiben von Einheimischen und Touristen.
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