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Gran Canaria
Gran Canaria ist die drittgrößte Insel der Kanaren und befindet sich 200 Kilometer westlich vor der Küste Marokkos. Die größten, unmittelbar benachbarten Inseln sind Teneriffa und Fuerteventura. Auf der fast kreisrunden Vulkaninsel, welche in drei Zyklen, im Laufe von 16 Millionen Jahren entstand, leben 800 000 Menschen.
Gran Canaria ist damit die bevölkerungsreichste Insel des Archipels, allein die Hauptstadt Las Palmas verfügt über annähernd 400 000 Einwohner. Die 1 500 Quadratkilometer große Insel besuchen jährlich mehr als 2 Millionen Touristen. Die Ferienzentren konzentrieren sich im Süden der Insel, in Maspalomas, Playa del Inglès oder San Agustin. Der Norden ist recht ursprünglich und touristisch noch wenig erschlossen.
Die Landschaft auf Gran Canaria zeigt eine breite Vielfalt, so dass es immer etwas zu entdecken gibt und dabei kaum ein Ort dem anderen gleicht. Bis auf fast 2 000 Meter erheben sich die mächtigen Bergketten mit ihren gewaltigen Granitfelsen, welche von bizarren Schluchten durchschnitten sind. Wüstenartige Landschaften herrschen ebenso vor, wie die reiche tropische Vegetation und die weiten Strände der Südküste oder urige Dörfchen, versteckt in uralten Pinienhainen.
Die höchste Erhebung der Insel ist der erloschene Vulkan Pico de las Nieves mit 1950 Metern Höhe im Inneren der Insel. Im Winter zeigt er sich des öfteren schneebedeckt. Wahrzeichen der Insel ist der Roque Nublo ein Basaltmonolith, welcher durch vulkanische Aktivitäten entstand und eine Höhe von 80 Metern aufweist. Vom Bergland bis zur Küste verlaufen viele Trockentäler, sogenannte "barrancos". Auf Gran Canaria fällt selten Regen, ist es jedoch der Fall, kann er die Täler zu wahren Sturzbächen anwachsen lassen.
Gran Canaria weist 14 verschiedene Mikroklimazonen auf. Es herrschen ganzjährig Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad vor, was der Insel auch den Beinamen "Insel des ewigen Frühlings" verlieh. Das Klima wird bestimmt vom Golfstrom, im Nordosten ist es eher feucht, im Südwesten dagegen trocken und sonnig.
Auf Grund der günstigen klimatischen Voraussetzungen konnte sich eine breitgefächerte Vegetation, mit europäischer, amerikanischer und afrikanischer Artenvielfalt herausbilden. Ursprünglich war die Insel fast vollständig von Wald bedeckt. Die spanischen Eroberer begannen die Wälder großflächig abzuholzen.
Heute bemüht man sich in 33 Naturschutzgebieten den Lebensraum der gefährdeten Arten zu erhalten. 1 800 Pflanzenarten beherbergt die Insel, mehr als 100 davon sind nirgendwo sonst auf der Welt anzutreffen. Dazu zählen die Kanarische Palme, die Kanarische Kiefer oder der Drachenbaum, die heilige Pflanze der Ureinwohner der Insel. In Gäldar befindet sich das älteste, 1719 gepflanzte Exemplar. Weiterhin sind hier Passionsblumen, Hibiskus, Agaven und Feigenkakteen beheimatet. Die Strelizie, mit ihren großen orangen Blüten, gilt als ein Wahrzeichen der Insel.
Die Tierwelt wird von 48 Vogelarten bestimmt, so Möwen, Alpensegler, Buntspechte oder Kanarienvögel. In den Gebirgsregionen leben wilde Kaninchen, Echsen und Fledermäuse. Das Meer wird dominiert von Schildkröten, Rochen, Haien, Papageienfischen, Barschen, Delphinen oder Walen. Raubtiere oder Giftschlangen hat es auf der Insel nie gegeben.
Die Geschichte der ersten Besiedlung Gran Canarias gibt einige Rätsel auf. Man geht davon aus, dass das Gebiet seit 3 000 v. Chr. von den Guanchen bewohnt wird. Man nimmt an, dass es sich hierbei um ein Wüstenvolk der Sahara handelt, welches mit Binsenbooten von Nordafrika auf die Kanareninsel gelangte.
Andere Quellen sprechen von einer Besiedlung durch die Berber im 5. Jahrhundert v.Chr., oder hält die Vandalen für die Ureinwohner der Insel, welche um 540 aus den Geschichtsbüchern verschwanden. Die ersten Siedler auf der Insel lebten hauptsächlich von Landwirtschaft. In den Höhlen fand man umfangreiche Kornkammern. Sehr bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang auch die Felsmalereien mit ihren einzigartigen geometrischen Mustern. Im 15. Jahrhundert nahmen die Spanier die Insel in Besitz und gründeten die Hauptstadt Las Palmas.
Die Ureinwohner setzten ihren Eroberern eine erbitterte Gegenwehr entgegen, mussten sich jedoch 1483 endgültig geschlagen geben, sie wurden versklavt und nach Spanien verkauft. Im 16. Jahrhundert erlebte die Insel einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Anbau von Zuckerrohr und dem Sklavenhandel.
Anfang des 19. Jahrhunderts baute man die ersten Straßen, bislang hatte es nur Wege und Eselpfade gegeben. Der Grundstein für den Tourismus auf Gran Canaria wurde 1890 mit dem Bau des ersten Luxushotels gelegt, welches so illustre Gäste wie Agatha Christie oder Winston Churchill beherbergte. 1950 landete das erste Charterflugzeug auf der Insel. Der Bauboom in den Ferienzentren des Südens Maspalomas und Playa del Inglès begann im Jahre 1962. Der Touristenzustrom war nun nicht mehr aufzuhalten und erreichte 1988 mit über 2 Millionen Feriengästen seinen Höhepunkt.
Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Insel garantieren einen abwechslungsreichen, interessanten Aufenthalt. Ein bisschen an Venedig erinnert der malerische Fischerort Puerto de Mogan. Spaß in einer herrlichen Badelandschaft bietet der Ferienpark "Aqualand". Der Felsen Dedo de Dios in Puerto de las Nieves wird auch der "Finger Gottes" genannt. Bemerkenswert sind die in Tuffstein gehauenen Höhlen der Ureinwohner, besonders schön die "bemalte Höhle" in Gäldar.
Die Welt des Wilden Westens wird in Sioux City lebendig. In San Agustin kann man neben Country Music im Saloon Tiershows und ein original Western Barbecue erleben. Die Altstadt der Hauptstadt Las Palmas ist unbedingt sehenswert. Im Kanaren Museum wird die lange Geschichte des Feriendomizils dokumentiert. 1952 schuf der schwedische Botaniker Erich Sventenius einen Botanischen Garten der Extraklasse.
Zirka 5 000 Pflanzen sind in einer traumhaften Kulisse zu bestaunen. Schwindelfrei sollte man schon sein, beim Besuch der Aussichtsplattform "Mirador del Balcon", 400 Meter erstreckt sich der Abgrund in die Tiefe. Der "Berg der 4 Tore" gilt als heiliger Berg der Guanchen. Mit seinen 4 Eingängen diente er vermutlich der Durchführung von Totenritualen. Als religiöses Zentrum der Insel gilt Teror im Inselnorden. Die Kirche Nuestro Senora del Pino ist der wichtigste Wallfahrtsort auf Gran Canaria.
Gran Canaria, das Eldorado für Wassersportler und Sonnenanbeter verfügt über fast 60 Kilometer lange Strände. Besonders hervorzuheben ist der Strand von Maspalomas mit seiner Dünenlandschaft. Idyllisch und versteckt präsentiert sich der Strand von Güigüi. Attraktiv für Individualisten sind die zahlreichen Naturstrände mit ihren malerischen Buchten. Bei einer Wassertemperatur zwischen 18 und 22 Grad ist ganzjähriges Badevergnügen garantiert. Die Hauptstrände im Süden der Insel befinden sich zwischen Tarajalillo und Mogänam. Sie sind auch die sonnenreichsten der Insel, da die Gebirge die Wolken aus dem Norden aufhalten.
Auf Gran Canaria bieten sich dem Urlauber unendlich viele Freizeitmöglichkeiten. Das Wassersportparadies am Antlantik hat schon zahlreiche Segel- und Surfchampions hervorgebracht. Über 300 Kilometer Wanderwege schlängeln sich entlang der alten Eselpfade zum Gipfel des Cruz de Tejeda. Auch auf relativ kurzen Routen lassen sich hierbei bereits enorme Höhenmeter überwinden. Schluchten, Klippen und Felswände bieten Bergsteigern beste Bedingungen. Allein am Roque Nublo gibt es 12 verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten. Radfahrer und Biker schätzen die abwechslungsreiche Natur. Neben Golfern und Tennisspielern finden auch Extremsportler mit Fallschirmspringen oder Freestyle Klettern interessante Herausforderungen auf der Insel. Abenteuerlich wird es auf einer Kamel- oder Jeepsafari, bei einem Segelturn oder einem Helikopterrundflug.
Alte Handwerksbräuche, wie Schnitzen, Spinnen oder die Messerherstellung werden von den Einwohnern erhalten und gepflegt. Einblicke hierzu geben das Töpfermuseum Centro Locero und das Ecomuseum Casa Alfar Panchito. Gran Canaria ist ein Ort der Fiestas. Ganzjährig finden Musik-, Tanz-, Kunst-oder Theaterfestivals statt.
Die Küche der Insel bietet seit Jahrhunderten eine breite Palette aus Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch. Die Gerichte werden mit Kartoffeln und scharfen Soßen serviert. Appetit auf Süßes stillt Bienmesale, ein köstliches Mandelkonfekt. Basis vieler Gerichte ist Gofio, aus gemahlenem Weizen oder Mais hergestellt. Perfekte Begleiter zu einem kanarischen Menü sind die Weine der Insel, Monte Lentiscal und Gran Canaria, junge, fruchtige Tropfen, die Lust auf Urlaub und den Sommer machen.
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